Erstkommunion

 

Die Vorbereitungszeit auf die Erstkommunion ist bei uns ein „Glaubenskurs für Eltern und Kinder“. Eltern sind ihren Kindern das erste Vorbild, und die Kinder orientieren sich an ihnen. Daher ist es uns wichtig, dass die Eltern das fortführen, was sie bei der Taufe ihrer Kindern versprochen haben: sie auf ihrem Lebens- und Glaubensweg zu begleiten und stärken.

 

Zu Beginn des Glaubenskurses besuchen wir Seelsorger alle Familien und erklären ihnen unser Konzept. Dann beginnt der Vorkurs, bei dem die Familien in die christliche Glaubenspraxis eingeführt und dazu ermutigt werden.

 

Erst danach erfolgt die Anmeldung zur eigentlichen Erstkommunionvorbereitung. Dazu gehört vor allem die regelmäßige Teilnahme der Familien an den Sonntagsgottesdiensten. Die Familien dürfen sich für die folgenden Wochen ein besonderes ein Projekt auswählen. In der Fastenzeit werden sie in fünf Kleingruppenstunden auf die Kommunion vorbereitet. Am Weißen Sonntag und dem Sonntag darauf finden in unseren drei Kirchen die Erstkommunionfeiern statt.

 

Vorbereitung auf die Erstkommunion 2017

Zur Zeit läuft der Vorkurs für die Kinder und ihre Eltern.

Am 2. Adventswochenende, 3. und 4. Dezember, werden die Kinder in den Sonntagsgottesdiensten der Gemeinde vorgestellt. Ab dann werden sie regelmäßig, bis zu ihrer Erstkommunionfeier, an den Sonntagsgottesdiensten teilnehmen.

 

Wir freuen uns sehr, dass sie die Gottesdienstgemeinde bereichern und schließen sie in unsere Gebete ein.

 

Auch in dieser Form kann Erstkommunion stattfinden

Grillen am See. Du bist genau richtig hier!

 

Was zunächst wie eine Reaktion auf das heiße Wetter bei uns klingt, bezieht sich in Wahrheit auf eine Szene aus dem Johannesevangelium. In Kapitel 21 lädt der auferstandene Jesus seine Jünger zu Brot und Fisch ein, den er am Ufer des Sees auf einem Feuer gebraten hat. Dieses Evangelium stand im Mittelpunkt einer ganz ungewöhnlichen Erstkommunionfeier, die – außer der Reihe – vor den Sommerferien im Rahmen eines Schulgottesdienstes in der Pauluskirche stattfand.

 

Jeden Donnerstagmorgen gestaltet Martin Klein, Religionslehrer am Goethegymnasium, einen Schulgottesdienst, an dem immer dreißig bis fünfzig Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse – freiwillig! – teilnehmen. Etwa monatlich komme ich als Pastor dazu, um im Schulgottesdienst die Eucharistie zu feiern.
Ich finde dieses Engagement von Herrn Klein ganz enorm. Und mich beeindruckt, dass so viele Schüler ohne jeden Druck und der Einladung zum wöchentlichen Schulgottesdienst vor Beginn ihres Unterrichtes folgen.

 

Ein Teil der Schüler geht bei der Messe regelmäßig nicht zur Kommunion, feiert aber erkennbar intensiv mit. Das brachte Herrn Klein und mich auf die Idee, einmal herauszubekommen, aus welchen Gründen jemand kontinuierlich zum Schulgottesdienst kommt, aber offensichtlich noch nie zur Kommunion gegangen ist. Wir hörten verschiedene Erklärungen wie: einfach verpasst, als die anderen mitgingen; keine Unterstützung in den Familien; gerade umgezogen; damals selbst kein Interesse gehabt; noch nicht getauft …

Was auch herauskam: Einige Kinder äußerten deutliches Interesse daran, die verpasste Erstkommunion nachzuholen. Als wir da nachhakten, blieben zwei Schülerinnen und zwei Schüler, die das ernsthaft wollten und deren Eltern ihre Zustimmung gaben (was nicht immer der Fall war). Ein Mädchen bat auch darum, zunächst getauft zu werden und dann die Kommunion zu empfangen.
Diese Chance haben wir genutzt und einen „Crashkurs“ zur Tauf- und Kommunionvorbereitung im Rahmen von fünf Schulgottesdiensten organisiert. Eine umfangreichere Vorbereitung war ja bereits durch die vorherige kontinuierliche Teilnahme an den Schulgottesdiensten gegeben.

 

Und dann fand die Taufe und vierfache Erstkommunion am Donnerstagmorgen statt.
Ich muss sagen, dass ich selten eine so schöne und bewusste Feier dieser beiden Sakramente erlebt habe. Es war deutlich zu spüren, wie intensiv die Kinder selbst mitgingen. Aber auch die kameradschaftliche Unterstützung durch die Mitschüler war stark.
Als Tauf- bzw. Kommunionkleid überreichte Herr Klein den vier Schülern am Ende ein
T-Shirt mit dem Foto eines Feuers am Ufer des Sees Genezareth, dem Text von Johannes 21,1-23 und dem Schriftzug „Grillen am See. Du bist genau richtig hier!“.
Genau richtig, so empfand ich diesen ungewöhnlichen Gottesdienst mit vier neuen Jüngerinnen und Jüngern Jesu.

 

Pastor Ansgar Steinke